Chronik der Feuerwehr Warpe Windhorst

1958 nahm man mit dem Kauf einer neuen Tragkraftspritze des Typs TS 8/8 die Teilmodernisierung der Feuerwehr in Angriff.

 

Quelle: Dorfchronik der Gemeinde Warpe

Am 23. März 1935 kam es zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr.

Zu der Gründungsversammlung erschienen 21 Männer aus Warpe und 14 Männer aus Windhorst.

Die beiden Ortschaften Warpe und Windhorst bildeten am 17.Juli 1935 einen gemeinsamen Feuerlöschverband. Zum Vorsitzenden wurde der damalige Bürgermeister Köster gewählt.

Im April 1965 wurde bei der Firma Domeyer in Bremen ein erster Kostenvoranschlag für die Ausrüstung der Feuerwehrmänner eingeholt.

Der Schneidermeister Willy Engelke aus Warpe bekam den Auftrag und fertigte 35 Feuerwehruniformen samt Zubehör.

Ein Uniformrock kostete damals 14 Reichsmark (RM), eine Hose aus schwarzem Tuch 16 RM, Achselstücke und Kragenspiegel 2,35 RM, ein Feuerwehrhelm mit Kamm 17 RM, eine Mütze mit Hoheitsabzeichen 4,40 RM, ein Koppel mit Schulterriemen 4,40 RM, Steigerbeile mit Ledertasche und Nothaken 7,30 RM, eine Steigerleine 4,90 RM, eine Signalpfeife 0,90 RM und eine gefüllte Sanitätstasche 10 RM.

Insgesamt betrug die Rechnungssumme 995,40 Reichsmark.

 

Schon bald wurde deutlich, dass die Freiwillige Feuerwehr nicht nur Verpflichtungen und Aufgaben im Bereich des Brandschutzes hatte.
Im Juni 1935 wurden nämlich mit dem »Führerbefehl Nr.5« offensichtlich alle Freiwilligen Feuerwehren der damaligen Provinz Hannover im Sinne des Nationalsozialismus nochmals ausgerichtet.
Der Grund lag u. a. wohl darin, dass Feuerwehrverbände und Feuerwehrleute die »Verpflichtung gemäß Führerbefehl Nr. 5, Ziffer 1e der Satzung der Feuerwehren« verweigerten.
Diese Verpflichtung war »in erster Linie auf den Führer und den Staat, dann aber auch auf Treue und Gehorsam« gegenüber den eingesetzten Feuerwehrführen ausgerichtet.
Aus dieser Zeit stammt auch ein Schreiben des »Kreisfeuerwehrführers« an die Freiwilligen Feuerwehren des Kreises.
Das Schreiben enthält neben einem Fragebogen einen Vordruck für die »Führerausweiskarte«, die gleichzeitig einen »Vermerk der Eigenschaft als Hilfspolizeibeamter« aufweist.
Zu welchen hilfspolizeilichen Aufgaben sich einzelne Verbande und höhere Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehr verpflichtet haben, ist aus den vorhandenen Unterlagen nicht ersichtlich gewesen.
Die letzte schriftliche Aufzeichnung stammt aus dem Jahre 1935.
In einem Rundschreiben des »Kreisfeuerwehrführers« vom 19. September 1935 werden die einzelnen Verbände des Kreises zu einer Veranstaltung aufgefordert.
Der Anlass für diese Veranstaltung waren Werbemärsche, zu denen der »Verein des Deutschtums im Auslande« im gesamten Reichsgebiet aufgerufen hatte.
Zur Teilnahme an diesen Werbemärschen wurden die gesamten Feuerwehren des Kreises verpflichtet.
Dass die Feuerwehren des Kreises als »Polizeiformation« geführt wurden, geht aus dem folgenden Satz des Schreibens hervor: »Als Polizeiformation haben die Freiw. (=Feuerwehren) direkt hinter den Wehrformationen zu marschieren«.
Aus den vorhandenen Unterlagen ist auch zu ersehen, dass die Feuerwehren in den Jahren 1935/36 verpflichtet wurden, für das »Winterhilfswerk« zu sammeln.
Das erste technische Löschgerät, eine Motorspritze des Fabrikats Kobel-München, wurde 1937 für 665 Reichsmark von der Freiwilligen Feuerwehr Warpe-Windhorst erworben.
Wie es in der Zeitung damals hieß, leistete die 27 PS-Maschine 800 Liter Wasser pro Minute.
Das neue Feuerwehrgerät musste zunächst in einem Anhänger transportiert werden, der von einem PKW gezogen wurde.
Später übernahm eine Zugmaschine den Transport.
Zu ihrem ersten Einsatz nach der Gründung kamen Motorspritze und Feuerwehr im Juni 1938 bei einem Brand auf dem Hof des Landwirts Hemsoth in Helzendorf.

Zu einem weiteren Einsatz kam es im Jahre 1944, als es bei Thiermanns in Windhorst brannte: »Am 3. Januar um 13.30 Uhr erklangen die Feuerhörner.
Das Wohnhaus des Bauern Thiermann in Windhorst brannte.
Die Motorspritze von Warpe war als erste zur Stelle.
1 Pferd, 6 Milchkühe, 2 Rinder und einige Schweine verbrannten.
Der größte Teil der Möbel konnte gerettet werden.
Die Leute waren gerade beim Dreschen, als eine Stichflamme aus dem Motorwagen auf das Stroh sprang. «

 

Trotz des Krieges kam es in Warpe nie zu einem durch Bombeneinschlag verursachten Brand.
Sicherheitshalber war aber im Sommer 1940 eine Brandwache eingerichtet worden, die sich bei Luftangriffen im Freien aufhalten sollte, um eventuelle Bombenabwürfe zu beobachten und mit Hilfe des Feuerhorns sofort Alarm zu schlagen.

Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 war der Jungbauer Fritz Haarberg als Brandmeister tätig gewesen.
Unter seiner Anleitung und Ausbildung, so wird berichtet, entwickelte sich die Freiwillige Feuerwehr »mustergültig«.
Als Fritz Haarberg 1939 zum Kriegsdienst einberufen wurde, übernahm der Windhorster Heinrich Meyer in den folgenden Jahren sein Amt.
Die Zahl der aktiven Mitglieder reduzierte sich während der Kriegsjahre erheblich.

Der Feuerlöschverband versuchte durch die Aufnahme von älteren »Ergänzungsmitgliedern« den Schaden möglichst gering zu halten.

Noch unter Brandmeister Heinrich Meyer begann 1946 die Neuorganisierung des Löschverbandes.
Ab 1948 folgte ihm Heinrich Dräger aus Warpe im Amt des Ortsbrandmeisters. An ihn denken sicherlich viele Feuerwehrmänner gerne zurück, denn sein Kameradschaftssinn und sein Einsatz prägten die 13 Jahre seiner aufopferungsvollen Tätigkeit.

1958 nahm man mit dem Kauf einer neuen Tragkraftspritze des Typs TS 8/8 für 3.700 DM die Teilmodernisierung der Feuerwehr in Angriff.
Um diese neue Maschine richtig einsetzen zu können,
bedurfte es allerdings noch einer weiteren Anschaffung, nämlich der eines Zugfahrzeuges.
Fünf Jahre später war es dann soweit 1963 konnte man für 6.750 DM einen VW Vorführwagen erwerben.

Der Landwirt Friedrich Twietmeyer löste 1961 Heinrich Dräger in seinem Amt als Ortsbrandmeister ab.
Dieses Amt führte er 20 Jahre lang zum Gewinn für die Freiwillige Feuerwehr. Unter seiner Leitung konnte die technische Ausrüstung wiederum erheblich verbessert werden.

So wurde 1967 ein Schaumlöscher gekauft, außerdem wurden von der Grafschaft Hoya eine Sirene in Warpe und zwei Sirenen in Windhorst installiert. 1968 wurde von der Hastra ein Gittermast erworben und als Schlauchtrocknungsturm aufgestellt.

1969 wurden zwei neue Pressluftatemschutzgeräte angeschafft.

Die 1974 durchgeführte Gebietsreform übertrug den Brandschutz in die neu gebildete Samtgemeinde Grafschaft Hoya, in der jetzt 14 Feuerwehren organisiert sind.
Als 1976 im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße 148 das damalige Gerätehaus abgerissen wurde, fanden die Feuerwehrfahrzeuge bei Ruges und Brinkmanns sowie in den Garagen von Gastwirt Okelmann einen provisorischen Platz.

 

1978 konnte ein neues Fahrzeug vom Typ TSF, VW LT 31 angeschafft werden.

Im Jahre 1981 übernahm Friedrich Twietmeyer das Amt des Samtgemeindebrandmeisters, so dass ein neuer Ortsbrandmeister gewählt werden musste.

Die Wahl fiel auf Heinrich Kammann aus Warpe

1983 wurde eine weitere große Anschaffung getätigt, als für ca. 10.000 DM eine moderne Tragkraftspritze 8/ 8 der Marke Ziegler gekauft wurde.

m Jahre 1992 wurde zwischen den Feuerwehren Warpe-Windhorst und Allerstedt im Kreis Nebra (Sachsen-Anhalt) eine Partnerschaft abgemacht.

Diese Freundschaft kam zustande durch ein besuchen der Kameraden aus Nebra im Landkreis Nienburg und dem damit verbundenen Besuch bei Europa Carton in Hoya.
Aus der Vorrangegangenen Freundschaft konnte durch eine gute Vermittlung des Ortsbrandmeisters  Heinrich Kammann ein Ausgemustertes Feuerwehrfahrzeug von der Werksfeuerwehr ECA an die Allerstädter Kammeraden übergeben werden.

Im  Jahre 1994 hat unser jetziger Ortsbrandmeister Lutz Wülbern sein Amt angetreten.

Sein Vorgänger Heinrich Kammann ist aus Gesundheitlichen Gründen zurückgetreten.

 

Lutz Wülbern konnte auch schon einiges erreichen.

So ist es Ihm zum Beispiel gelungen, den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses im Jahr 2002 (siehe unter “Einweihung Feuerwehrgerätehaus“) und ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug im Jahr 2010, in die Wege zu leiten.

Auch im Dorfgeschen ist die Wehr sehr aktiv:

  1. So beteiligt sich die Ortswehr Warpe-Windhorst schon seit vielen Jahren an dem sogenannten »Müllsammeln« mit Hänger und Trecker.
  2. Auch das Sammeln von Altpapier wird seit Jahren von der Feuerwehr durchgeführt.
  3. Außerdem übernimmt die Freiwillige Feuerwehr schon seit vielen Jahren die Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge.
  4. Die Warper Wehr hat auch an den im Rahmen der Dorferneuerung vollzogenen Pflanzaktionen und Pflegemaßnahmen teilgenommen.
  5. Alljährlich veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Warpe-Windhorst auch zusammen mit dem Schützenverein einen Grillfest in der Sandkuhle“Warpe“ was aus Brandschutztechnischer sicht nun jährlich am Feuerwehrhaus in Warpe statt findet und ein Osterfeuer.

Aus den freiwillig im Dorf übernommenen Aufgaben wird deutlich, dass mit den Aktivitäten der Feuerwehr auch heute,  82 Jahre nach ihrer Gründung, ein bedeutsamer Teil des dörflichen Zusammenlebens gekennzeichnet ist.

Die Wehr besteht derzeit aus 26 Aktiven, davon 3 Atemschutzgeräteträger, 15 Alterskameraden, 39 Fördermitgliedern, 2 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr, sowie 4 in der Kinderfeuerwehr.

 

Ortsbrandmeister

1935 bis 1939   Fritz Haarberg
1939 bis 1948   Heinrich Meyer
1948 bis 1961   Heinrich Dräger
1961 bis 1981   Friedrich Twietmeyer
1981 bis 1994   Heinrich Kammann
1994 bis    –        Lutz Wülbern