Waldbrandeinheit macht Station in Eystrup
Am Wochenende gab es in der Samtgemeinde besondere Feuerwehrfahrzeuge zu bestaunen. Eine spezialisierte Einheit zur Vegetationsbrandbekämpfung, die sogenannte GFFF-V (Erklärung: siehe Kasten unten) aus den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg, machte auf ihrer Rückreise von einer Großübung im Landkreis Grafschaft Bentheim Station in Eystrup.

Nach dem anstrengenden Übungstag lag noch eine längere Fahrt zurück in die Heimat vor den Feuerwehrleuten. Über persönliche Kontakte zum stellvertretenden Ortsbrandmeister von Wienbergen, Stefan Vogt, entstand daher im Vorfeld die Anfrage, ob die 25 Kameraden mit ihren sieben Fahrzeugen eine Nacht in der Samtgemeinde verbringen könnten.
Für die Feuerwehrleute vor Ort war die Antwort schnell klar, denn Kameradschaft endet nicht an der eigenen Gemeindegrenze. Daher wurde eine Übernachtungsmöglichkeit organisiert und das Feuerwehrhaus in Eystrup mit Feldbetten der Kreisfeuerwehr ausgestattet. Nach der Ankunft wurden die Gäste von den Führungskräften der Samtgemeindefeuerwehr herzlich begrüßt. Die Kameraden aus Eystrup kümmerten sich um eine ordentliche Mahlzeit, damit die Gäste nach dem langen Übungstag und der anschließenden Fahrt erst einmal durchatmen konnten.

Natürlich durfte auch ein Blick auf die beeindruckende Technik nicht fehlen. Die Kameraden aus Eystrup und Wienbergen nutzten die Gelegenheit, die Spezialfahrzeuge aus nächster Nähe zu begutachten. Geduldig erklärten die Gäste die Ausstattung und die Besonderheiten ihrer Fahrzeuge und gaben Einblicke in die Arbeit ihrer Einheit. Der fachliche Austausch kam dabei ebenso wenig zu kurz wie das persönliche Gespräch.
Die Unterstützung blieb nicht ohne eine besondere Geste der Dankbarkeit: Als kleines Zeichen ihrer Wertschätzung hatten die Gäste zum Beispiel kulinarische Spezialitäten aus ihrer Heimat im Gepäck. So wurde aus der Übernachtungsmöglichkeit ein gemütlicher Abend unter Feuerwehrleuten. Am Sonntag setzten die Gäste ihre Rückfahrt in die Heimat fort – ausgeruht und mit einer zusätzlichen Begegnung, die einmal mehr zeigte, was Feuerwehr ausmacht.
Die Übernachtung in Eystrup war vielleicht nur ein kurzer Zwischenstopp auf der Landkarte, für die gelebte Feuerwehrkameradschaft war sie ein umso schöneres Beispiel.

Hintergrund: In Niedersachsen sind vom Land vier sogenannte GFFF-V-Module (Ground forest fire fighting using vehicles) in besonders waldbrandgefährdeten Gebieten stationiert. Solche Einheiten sind darauf ausgerichtet, Wald- und Flächenbrände auch unter anspruchsvollen Bedingungen zu bekämpfen. Sie verfügen daher über vier hoch geländegängige Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge des französischen Typs CCFM 3000. Ihre besondere Ausstattung und Ausbildung ermöglichen es ihnen, bei größeren Vegetationsbrandlagen auch überregional eingesetzt zu werden. Die Einheiten können sogar europaweit eingesetzt werden, zuletzt geschehen in diesem Sommer in Spanien und Serbien.
Das Modul IV aus den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg beteiligte sich am Wochenende an der bisher größten Katastrophenschutzübung des Landkreises Grafschaft Bentheim mit rund 1.000 Einsatzkräften. Daran nahmen u.a. auch Einheiten aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden teil.
Text und Bilder: Dr. Andreas Kubier, Feuerwehrpressesprecher Samtgemeinde Grafschaft Hoya
